Für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem klassischem Hodgkin-Lymphom gibt es ermutigende Neuigkeiten: Die sogenannte BrECADD-Therapie könnte künftig neue Maßstäbe in der Behandlung setzen. Das zeigen die finalen Ergebnisse der großen HD21-Studie, die auf dem Deutschen Krebskongress 2026 vorgestellt wurden.
Wofür steht BrECADD?
Die BrECADD-Therapie ist ein modernes, intensiviertes Chemotherapie-Schema zur Behandlung des fortgeschrittenen klassischen Hodgkin-Lymphom. Sie wurde von der deutschen German Hodgkin Study Group entwickelt und soll die Heilungschancen erhalten oder verbessern, gleichzeitig aber die langfristigen Nebenwirkungen der bisherigen Standardtherapie BEACOPP reduzieren.
Die Abkürzung setzt sich aus den verwendeten Wirkstoffen zusammen:
· Br = Brentuximab Vedotin
· E = Etoposid
· C = Cyclophosphamid
· A = Doxorubicin (Adriamycin)
· D = Dacarbazin
· D = Dexamethason
Was hat die Studie ergeben?
Nach fünf Jahren lebten 94 % der mit BrECADD behandelten Patient:innen ohne Fortschreiten der Erkrankung. Im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie eBEACOPP lag dieser Wert bei 91 %. Das bedeutet eine deutliche Verringerung des Rückfallrisikos. Insgesamt waren nach fünf Jahren sogar 98 % der Teilnehmenden in beiden Gruppen noch am Leben.
Auch im Hinblick auf Nebenwirkungen zeigt sich ein Vorteil: Schwere Langzeitfolgen traten unter BrECADD seltener auf. Zweitkrebserkrankungen waren in beiden Gruppen selten, bestimmte schwere Blutkrankheiten kamen unter BrECADD sogar deutlich seltener vor. Nervenschäden bildeten sich meist wieder zurück und blieben nur in Einzelfällen bestehen.
Gute Verträglichkeit und Lebensqualität
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Lebensqualität während und nach der Therapie. Die BrECADD-Behandlung wurde insgesamt besser vertragen als die bisherige Standardtherapie. Zudem gab es Hinweise darauf, dass die Fruchtbarkeit weniger beeinträchtigt wird: In der BrECADD-Gruppe wurden mehr Geburten verzeichnet.
Was beeinflusst den Therapieerfolg?
Die Studie zeigt auch, dass bestimmte Faktoren weiterhin eine Rolle spielen. Ein Alter über 45 Jahren und männliches Geschlecht waren mit einem etwas höheren Rückfallrisiko verbunden. Die ursprüngliche Tumormasse hatte dagegen keinen Einfluss auf die langfristigen Heilungschancen.
Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: Die neue Therapie könnte nicht nur wirksamer, sondern auch schonender sein. Dennoch sollte jede Behandlung individuell mit dem behandelnden Ärzteteam besprochen werden.
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